Auf eine spannende und anstrengende erste Saison in der Mitteldeutschen Oberliga blicken die Damen der TSG Calbe zurück. Elf Monate harte Arbeit forderten Spielerinnen und Trainer gleichermaßen, doch letztlich war im Mai das ersehnte Ziel erreicht: Der Klassenerhalt aus eigener Kraft. Mit Platz acht lag das Team mitten im recht breiten Mittelfeld der Liga. |
In Handballerkreisen wird sie auch gern „die kleine Regionalliga“ genannt und tatsächlich war das Spielniveau der mitteldeutschen Oberliga in der vergangenen Saison mitunter recht hoch. Mittendrin die TSG Calbe, die sich als reine Vereinsmannschaft gegen etliche hochkarätig besetzte Gegnerteams behaupten musste. „Wir spielen auch die höhere Liga immer noch einzig aus Spaß am Handball“, erklärte Spielführerin Stefanie Hüls nicht ohne Stolz, „dies ist wohl ein absolutes Aushängeschild unserer Mannschaft – im Gegensatz zu den teilweise sehr gut bezahlten Spielerinnen der anderen Teams.“ |
Noch bevor das mitteldeutsche Abenteuer der Saalestädterinnen begann, setzten sie selbst den ersten Paukenschlag: Der Sieg im Supercup des Landes Sachsen-Anhalt. „Da war alles drin, was Handball zu bieten hat“, ist sich Trainer Frank Falke sicher, der den Sieg im Nachhinein gern als „Spiel seiner Laufbahn“ bezeichnet. Für den Handball als eines der Aushängeschilder der Stadt Calbe war der große Pokal zudem eine wahre Auszeichnung, die nicht nur im Umfeld der Mannschaft noch lange nachwirkt, ohne dass Zeit gewesen wäre, sich darauf auszuruhen. |
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Jubelszenen nach dem gewonnen Siebenmeterwerfen
im Super-Cup 2010 gegen den Landesmeister
TSV Niederndodeleben
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Der eigentliche Ligastart stand nämlich unter ungünstigeren Voraussetzungen. „Wir konnten personell nie aus dem Vollen schöpfen“, stellten Frank Falke und sein Co-Trainer Lutz Dohmke am Ende der Saison fest. Teilweise langwierige Verletzungen, eine Schwangerschaft und immer wieder berufliche Probleme dezimierten den Kader von Woche zu Woche. „Was uns jedoch ausgezeichnet hat: Wir waren in der Lage aus dem kleinen Kader das Optimale herauszuholen“, lobte Falke und zieht den Hut vor dem beherzten Einsatz seiner Spielerinnen, die neben ihren beruflichen und privaten Verpflichtungen für ihre Mannschaft einstanden. |
Vor einem knappen Jahr, als der Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga feststand, waren die Erwartungen an die neue Spielserie immens, unzählige Unbekannte machten das bevorstehende Jahr zu einem Abenteuer. Rückraum-Spielerin Christin Bily blickte zurück: „Wie ich zu Beginn der Saison gesagt habe, können wir sicherlich mit guten Leistungen positiv überraschen und so Punkte holen. Genau so ist es auch eingetroffen: Wir haben Spiele gewonnen, die man auch hätte verlieren können, aber wir haben auch Spiele verloren, die wir hätten gewinnen können.“ Ersteres traf vor allem auf die Hinrunde zu, an deren Ende Calbe mit fünf Siegen und zehn Punkten auf der Habenseite ein erstes Achtungszeichen setzte. „Die Frage nach Weihnachten war, ob es so weiter geht, oder wir in ein tiefes Loch fallen“, erinnerte sich der Trainer. Tatsächlich kam nach der ersten Euphorie eine lange Durststrecke. Mehr als zwei Monate blieben die Saalestädterinnen ohne Punktgewinn. Besonders bitter: „Wir haben etliche Spiele in den letzten fünf oder sechs Minuten verloren, weil wir es einfach nicht geschafft haben, den Gegner in entscheidenden Situationen 60 Minuten unter Kontrolle zu halten.“ |
Das Potenzial der Mannschaft ist unbestritten, jedoch fehlte über weite Strecken die Konstanz. „Aus der mannschaftlichen Leistung hätte man noch mehr rausholen können, demnach haben wir noch zu viele Reserven, die lange nicht ausgereizt wurden“, bedauerte Christin Bily. Als Hauptproblem sehen Frank Falke und Lutz Dohmke die stark fluktuierenden Trainingsbeteiligung. „Wir können im Grunde kein Zielspiel machen, weil wir nie 12 oder 14 Leute sind.“ Gerade das sei aber wichtig, um die im Vorfeld intensiv erarbeiteten taktischen Abläufe auch umzusetzen und sich vor allem innerhalb der Mannschaft gegenseitig anzuspornen. „Es bleibt doch die Frage, was wäre, wenn wir einen kontinuierlichen Trainingsprozess gehabt hätten. Wo würden wir dann jetzt stehen?“, überlegte Falke. |
Dennoch sind die Fortschritte, die die Damen in der abgelaufenen Saison gemacht haben, offensichtlich. „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung aufzusteigen, da wir uns in dieser Saison auch aufgrund der stärkeren Gegner als Mannschaft weiterentwickeln konnten“, schätzte Stefanie Hüls ein. Akzente setzten die Calbenserinnen vor allem mit ihrer offensiven und mannschaftlich gut abgestimmten Abwehr, die unterstützt durch die konstant sehr gute Torhüterleistung oftmals der Garant für den Sieg war. Weniger zufrieden sind die Trainer hingegen mit dem Angriffsspiel: „Wir vergeben uns viel zu viel und zermürben uns damit selbst.“ So sind zwar im Lauf der Saison die Abläufe in der ersten und zweiten Welle ein ganzes Stück vorangekommen, aber Reserven gibt es dennoch genug zu erschließen. „Wir sollten die Saison in den langen Weg einordnen, den wir zusammen gehen wollen“, relativierte Frank Falke und blickte schon einmal voraus, „wir sind spielerisch eine gute Mannschaft, dürfen jetzt aber nicht stehen bleiben, sondern müssen noch eine Schippe drauflegen, wenn wir uns weiter entwickeln wollen.“ Messpunkte auf diesem Weg bleiben aber letztlich die Punktspiele, in denen das, was im Training erarbeitet wurde, abgerechnet wird. |
Bis es zur Saisonvorbereitung zur Saison 2011/2012 weiter geht, haben sich die TSG-Damen ihre Sommerpause redlich verdient und nun die Zeit, ihren kontinuierlich erarbeiteten achten Platz in Ruhe zu genießen. „Es war eine schöne, neue Erfahrung gegen teilweise völlig unbekannte Gegner spielen zu können, da sich insbesondere die Spielweisen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden“, fasste es Stefanie Hüls in Worte. Positiv bleiben den Frauen dabei gewiss die Siege gegen die alten Konkurrenten BSV Magdeburg, HC Salzland und Niederndodeleben in Erinnerung. „Ich bin unglaublich stolz auf die Damen, dass sie unter den oft nicht optimalen Bedingungen diesen achten Platz erreicht haben“, kommentierte Frank Falke den Erfolg seiner Schützlinge. Die Spielerinnen wissen sehr wohl, wie viel sie an ihrem Trainer haben und belohnten ihn in Training und Spiel mit uneingeschränktem Vertrauen und einem offenen Umgang miteinander. Falke selbst gibt sich bescheiden, braucht selbst noch Zeit, das in den vergangenen elf Monaten passierte, zu begreifen. Den Dank reicht er jedoch an seine Frau Heike weiter, die ihm zu Hause den Rücken freihält und, wie er selbst sagt, seine größte Kritikerin ist. |
„Bedauerlich ist, dass im Laufe der Saison einige Spielerinnen unsere Mannschaft aus verschiedenen Gründen verlassen haben,“ erklärte Stefanie Hüls und bedankte sich noch einmal bei Susi Richter, Ellen Daul-Acksteiner, Franziska Clausing und Antje Schreiber für ihren großen Einsatz für das Team. Die Spielführerin kann im übrigen stolz sein, das Versprechen „Klassenerhalt“, das sie im Namen der Mannschaft vor Saisonbeginn dem Hauptsponsor Doppstadt, der den Aufstieg finanziell erst möglich machte, gegeben hatte, nun auch einzulösen. Ein großes Dankeschön richtet die Mannschaft zudem an die über die Saison stetig gewachsene Fankulisse der Handballerinnen, die auch in schlechten Zeiten ihr Team unterstützten. Stellvertretend für die vielen fleißigen Hände im Hintergrund bedankt sich das Trainerteam bei Betreuerin Kathy Tank, Physiotherapeutin Doris Müller und nicht zuletzt Marina Sroka, die sich unablässig um die organisatorischen Belange der Mannschaft kümmert.
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Franziska Clausing |
Ellen Daul-Acksteiner |
Susann Richter |
Antje Schreiber |
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